Mechanischer Verschluss, elektronischer erster Vorhang (EFCS) und elektronischer Verschluss bestimmen alle, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Wir zeigen zuerst die Position des Verschlusses und dann, was sich bewegt – und was elektronisch gesteuert wird.
- Wo sitzt der Verschluss in einer spiegellosen Kamera?
- Erster und zweiter Vorhang: Reihenfolge statt räumliche Lage
- Was macht ein Verschluss überhaupt?
- Mechanischer Verschluss: zwei Vorhänge steuern die Belichtung
- Elektronischer erster Vorhang: elektronischer Beginn
- Elektronischer Verschluss: Start und Ende im Sensor
- Warum können bewegte Motive schief erscheinen?
- Drei Modi im Vergleich: Welcher passt wann?
- Häufige Fragen
- Kurzfazit
- Offizielle Herstellerquellen
- Hinweis
Wo sitzt der Verschluss in einer spiegellosen Kamera?
In einer spiegellosen Kamera gelangt das Licht durch das Objektiv zum Bildsensor. Bei Modellen mit mechanischem Verschluss sitzt die Vorhangeinheit unmittelbar vor dem Sensor. Ein elektronischer Verschluss fügt dort keinen physischen „elektronischen Vorhang“ hinzu: Die Belichtung wird im Sensor gesteuert.
Erster und zweiter Vorhang: Reihenfolge statt räumliche Lage
Ein mechanischer Verschluss hat einen ersten Vorhang, der die Belichtung beginnt, und einen zweiten Vorhang, der sie beendet. „Erster“ und „zweiter“ beschreiben die Reihenfolge der Bewegung – nicht die Nähe zu Objektiv oder Sensor.
Was macht ein Verschluss überhaupt?
Ein Foto entsteht, während der Sensor zwischen einem Start- und Endzeitpunkt Licht empfängt. Dieses Intervall heißt Belichtungszeit. Die Modi unterscheiden sich darin, ob mechanische Vorhänge oder die Sensorelektronik Anfang und Ende festlegen.
Mechanischer Verschluss: zwei Vorhänge steuern die Belichtung
Bei relativ langer Belichtungszeit öffnet der erste Vorhang vollständig. Der ganze Sensor liegt eine Zeit lang frei, danach schließt der zweite Vorhang. Dunkelgrau steht für einen Vorhang, Grün für die belichtete Fläche.
Bei kurzer Belichtungszeit beginnt der zweite Vorhang schon zu laufen, bevor der erste ganz geöffnet hat. Der Spalt zwischen beiden wandert über den Sensor. Auch bei 1/4000 s ist nicht die gesamte Bildfläche gleichzeitig für 1/4000 s frei.
Elektronischer erster Vorhang: elektronischer Beginn
Beim EFCS übernimmt die Sensorelektronik die Aufgabe des ersten Vorhangs, die Belichtung zu starten. Der mechanische zweite Vorhang beendet sie weiterhin. Der elektronische Start läuft über das Bildfeld und ist auf die Bewegung des zweiten Vorhangs abgestimmt. Nicht alle Pixel beginnen exakt gleichzeitig mit der Belichtung.
EFCS vermindert die Bewegung des ersten Vorhangs. Der zweite Vorhang bewegt sich jedoch weiterhin und kann hörbar sein. Bei kurzer Belichtungszeit und einem lichtstarken Objektiv nahe Offenblende kann sich die Form unscharfer Lichtpunkte ändern. Vergleichen Sie dann mit dem rein mechanischen Modus.
Elektronischer Verschluss: Start und Ende im Sensor
Beim elektronischen Verschluss laufen während der Aufnahme keine mechanischen Vorhänge; die Sensorelektronik steuert Beginn und Ende der Belichtung. Bei einem häufigen Rolling-Shutter-Verfahren werden die Zeilen zeitversetzt verarbeitet. Elektronisch bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Bild gleichzeitig aufgenommen wird.
Jede Zeile kann beispielsweise 1/2000 s belichtet werden, während der Zeitunterschied zwischen oberster und unterster Zeile nicht ebenfalls 1/2000 s betragen muss. Er variiert mit Kamera und Aufnahmemodus.
Warum können bewegte Motive schief erscheinen?
Wird ein Motiv zwischen der Aufnahme oberer und unterer Sensorzeilen bewegt, befindet es sich innerhalb desselben Fotos an verschiedenen Positionen. Das ist die Rolling-Shutter-Verzerrung.
Wie stark die Verzerrung ausfällt, hängt von der Zeit für das gesamte Bild und der Bewegung von Motiv oder Kamera ab. Auch schnelle mechanische Verschlüsse haben durch die wandernden Vorhänge einen Zeitversatz; die Wirkung hängt von Modell und Situation ab. Echte Bildbeispiele zeigt unser Artikel über Rolling-Shutter-Verzerrung.
Drei Modi im Vergleich: Welcher passt wann?
Auf Grundlage der Mechanik ist diese Auswahl ein guter Ausgangspunkt. Verfügbare Modi und Geschwindigkeiten unterscheiden sich je nach Kamera. Prüfen Sie daher das Handbuch und machen Sie Testaufnahmen.
Tabelle auf kleinen Bildschirmen seitlich verschieben.
| Merkmal | Mechanisch | EFCS | Elektronisch |
|---|---|---|---|
| Belichtungsbeginn | Mechanischer erster Vorhang | Sensorelektronik | Sensorelektronik |
| Belichtungsende | Mechanischer zweiter Vorhang | Mechanischer zweiter Vorhang | Sensorelektronik |
| Geräusch / Vibration | Vorhänge bewegen sich | Weniger Bewegung des ersten Vorhangs | Keine Vorhangbewegung bei der Aufnahme; Signalton modellabhängig |
| Rolling-Verzerrung | Wandernde Vorhänge erzeugen bei kurzen Zeiten einen Zeitversatz | Zeitversatz im Bildfeld | Bei Rolling Shutter möglicherweise deutlich |
| Flimmern / Streifen | Bei flackerndem Licht möglich | Bei flackerndem Licht möglich | Unter flackerndem Licht besonders prüfen |
| Schnelle Serien | Hängt von Antrieb und Modell ab | Hängt von Antrieb und Modell ab | Einige Modelle sind schneller, nicht alle |
| Blitz | Innerhalb der Synchronzeit | Unterstützung und Synchronzeit modellabhängig | Manche Modelle unterstützen Blitz, andere nicht |
| Geeignet für | Bewegung, Blitz, kurze Zeiten mit lichtstarkem Objektiv | Alltagsfotos und weniger Vorhangvibration | Leise Situationen; schnelle Serien, falls unterstützt |
- Alltagsfotos: EFCS ist ein guter Ausgangspunkt, falls vorhanden.
- Action oder Blitz: Zunächst mechanisch. Bei elektronischem Verschluss Verzerrung und Blitzkompatibilität prüfen.
- Leise Veranstaltungen: Elektronisch erwägen, unter LED-Licht aber auf Streifen testen.
- Lichtstarkes Objektiv bei kurzer Zeit: Falls EFCS das Bokeh verändert, mit mechanisch vergleichen.
Häufige Fragen
Ist ein elektronischer Verschluss immer lautlos?
Das Geräusch des mechanischen Verschlusses entfällt. Ein eingestellter elektronischer Ton oder Objektivgeräusche können aber bleiben.
Sind Streifen unter LED-Licht ein Kameradefekt?
Nicht unbedingt. Flackerndes Licht kann mit den unterschiedlichen Aufnahmezeiten der Sensorzeilen zusammenwirken. Vergleichen Sie Belichtungszeit, Anti-Flimmer-Einstellungen und Verschlussmodi. Auch mechanische Verschlüsse können unter Umständen ungleichmäßige Helligkeit zeigen.
Kann ich mit elektronischem Verschluss blitzen?
Das hängt von der Kamera ab. Einige Modelle erlauben keinen Blitz, andere nur bis zu einer bestimmten Synchronzeit. Prüfen Sie die offiziellen Angaben von Kamera und Blitz.
Sind elektronischer Verschluss und Global Shutter dasselbe?
Nein. Viele elektronische Verschlüsse arbeiten zeilenweise mit Zeitversatz. Ein Global Shutter ist darauf ausgelegt, die Belichtungszeitpunkte der Pixel anzugleichen, und kommt in bestimmten Modellen zum Einsatz.
Kurzfazit
Mechanisch nutzt ersten und zweiten Vorhang; EFCS beginnt elektronisch und endet mechanisch; elektronisch steuert beides im Sensor. Probieren Sie EFCS im Alltag, Mechanik für Action oder Blitz und Elektronik in leisen Situationen. Bei schiefen Formen oder Streifen wechseln Sie den Modus und vergleichen.
Offizielle Herstellerquellen
- Sony: elektronischer erster Vorhang und Position des Verschlusses
- Nikon: erster und zweiter Vorhang sowie der Schlitz bei kurzen Zeiten
- Canon EOS R7: technische Angaben zu den Verschlussmodi
- Sony: zeilenweise elektronische Aufnahme und Flimmern
Hinweis
Dieser Artikel beschreibt übliche Verfahren spiegelloser Kameras anhand von Herstellerinformationen, geprüft im September 2026. Vorhangverhalten, verfügbare Modi, Blitzsynchronisation und Anti-Flimmer-Funktionen hängen von Modell und Einstellung ab. Maßgeblich ist das aktuelle Handbuch Ihrer Kamera.


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